Vertraute Gesichter, verschobene Rangfolgen
Der britische Big Garden Birdwatch ist die weltweit größte Gartenwildtier-Zählung, und die Ausgabe 2026 belegt das sofort: Über 650.000 Menschen nahmen teil, zählten mehr als 9 Millionen Vögel und erfassten über 80 Arten an einem einzigen Wochenende. Die Top 5 waren Haussperling, Blaumeise, Star, Ringeltaube und Amsel, doch der einst häufige Grünfink landete nur auf Platz 18, nachdem er in drei Jahrzehnten um über 65 % zurückgegangen ist.
Das französische Observatoire des Oiseaux des Jardins (LPO) verzeichnete im Jahresverlauf 26.255 Beobachter in 27.782 Gärten (+23 %), mit fast 1,6 Millionen beobachteten Vögeln. Bei der Januarzählung führte der Haussperling mit 18,9 % der Sichtungen, gefolgt von Kohlmeise (11,6 %), Blaumeise (10,5 %), Buchfink (8,7 %) und Stieglitz (6,1 %).
Die deutsche Stunde der Gartenvögel (NABU), mittlerweile im 22. Jahr, zog rund 56.000 Teilnehmer in über 38.000 Gärten an und erfasste mehr als 1 Million Vögel. Der Haussperling ging im Jahresvergleich um 9 % zurück, Mauersegler-Sichtungen sanken um 24 %, während der Buchfink um 14 % zulegte.
Die Niederlande sorgten für die größte Überraschung des Jahres: über 136.000 Teilnehmer und fast 1,9 Millionen gezählte Vögel, wobei die Kohlmeise den Haussperling erstmals seit 23 aufeinanderfolgenden Jahren von Platz 1 verdrängte. Das belgische Grote Vogelweekend (Natuurpunt) wuchs um 33 % auf 71.285 Teilnehmer und über 1 Million Vögel, doch der Durchschnitt pro Garten fiel trotz Rekordbeteiligung erstmals unter 20, auf 19,4.
23 Jahre an der Spitze, verloren in einer einzigen Zählung. Wenn ein so verbreiteter Vogel seinen Platz so schnell verlieren kann, lohnt es sich, genau hinzuschauen, wer wirklich in deinem Garten ist, statt es nur anzunehmen.